Pétanque - kurz erklärt

Pétanque (Boule) – Das Spiel und seine Regeln
Pétanque, umgangssprachlich häufig einfach „Boule“ genannt, ist ein traditionsreiches Präzisionsspiel aus Südfrankreich. Ziel des Spiels ist es, die eigenen Kugeln möglichst nah an einer kleinen Zielkugel zu platzieren. Die Grundidee ist einfach: Die Kugeln eines Teams, die am Ende einer Spielrunde näher an der Zielkugel liegen als die beste Kugel des gegnerischen Teams, bringen Punkte. Doch hinter dieser einfachen Regel verbergen sich Taktik, Konzentration und viel Spielgefühl.

Boule, Boccia oder Pétanque?
Der Begriff „Boule“ wird in Deutschland oft als Sammelbezeichnung für verschiedene Kugelsportarten verwendet. Die in unserem Verein gespielte Variante heißt jedoch korrekt Pétanque. Gespielt wird mit Stahlkugeln auf nahezu jedem festen Untergrund – von Kies- und Sandflächen bis hin zu Naturböden.

Die Spielarten
Pétanque wird in verschiedenen Mannschaftsgrößen gespielt:

Tête-à-Tête (1 gegen 1): zwei Einzelspielerinnen mit jeweils drei Kugeln
Doublette (2 gegen 2): zwei Teams mit je zwei Spielerinnen und jeweils drei Kugeln pro Spielerin
Triplette (3 gegen 3): zwei Teams mit je drei Spielerinnen und jeweils zwei Kugeln pro Spielerin
Spielbeginn
Zu Beginn einigen sich die Teams mithilfe eines Zufallsverfahrens darauf, welches Team die Partie eröffnet. An der Abwurfposition wird ein Wurfkreis mit einem Durchmesser von 35 bis 50 cm markiert oder ausgelegt.

Aus diesem Kreis wird die Zielkugel, das sogenannte Cochonnet (auch „Schweinchen“ oder „Sau“ genannt), in eine Entfernung von 6 bis 10 Metern geworfen. Anschließend spielt das startende Team die erste Kugel und versucht, diese möglichst nah an der Zielkugel zu platzieren.

Spielverlauf
Danach ist das gegnerische Team an der Reihe. Es spielt so lange Kugeln, bis eine eigene Kugel näher an der Zielkugel liegt als die beste Kugel des gegnerischen Teams. Erst dann wechselt das Spielrecht wieder.

Neben dem präzisen Legen der Kugeln gehört auch das Schießen zum Spiel: Gut platzierte gegnerische Kugeln können gezielt getroffen und aus ihrer Position verdrängt werden. Auch die Zielkugel selbst kann während einer Aufnahme ihre Lage verändern.

Die Zielkugel muss dabei stets vom Wurfkreis aus sichtbar bleiben und darf nicht näher als drei Meter zum Kreis liegen. Die Spielfeldbegrenzungen gelten als Auslinien; berührt eine Kugel oder die Zielkugel die Auslinie, ist sie aus dem Spiel.

Punktewertung
Die Punkte werden erst gezählt, wenn alle Kugeln gespielt wurden.

Punkte erhält ausschließlich das Team, dessen beste Kugel der Zielkugel am nächsten liegt. Für jede weitere eigene Kugel, die ebenfalls näher liegt als die beste Kugel des gegnerischen Teams, gibt es einen Punkt.

Pro Aufnahme können maximal sechs Punkte erzielt werden.

Rollen im Team
Innerhalb eines Teams kann die Reihenfolge der Spielerinnen während einer Aufnahme frei gewählt werden. Häufig werden die Aufgaben bereits vor Spielbeginn verteilt:

Pointeuse: Spezialistin für das präzise Legen der Kugeln
Tireuse: Spezialistin für das gezielte Schießen gegnerischer Kugeln
Milieu: vielseitige Spielerin im Triplette, die sowohl legt als auch schießt

Die nächste Aufnahme
Nach jeder Aufnahme beginnt das Team, das die Punkte erzielt hat, die nächste Runde. Der neue Wurfkreis wird in der Nähe der Position markiert, an der die Zielkugel zuletzt lag. Dieses Team wirft anschließend die Zielkugel und spielt die erste Kugel.

Spielende
Eine Partie ist gewonnen, sobald ein Team 13 Punkte erreicht hat.

Pétanque verbindet Präzision, Taktik und Geselligkeit. Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz des Spiels aus und sorgt dafür, dass Anfängerinnen und erfahrene Spielerinnen gleichermaßen Freude daran haben.